Freitag, 16. Oktober 2015

Achtsames Spazierengehen

Ich denke, wir haben in unseren vorherigen Blogposts genug zum Ausdruck gebracht, wie sehr wir den Herbst und seine Schönheit schätzen. Aber man kann die Natur auch genießen und viel Kraft aus ihr schöpfen …

Da kommt der Begriff „Achtsamkeit“ ins Spiel, welchen ich auch erst durch mein Psychologiestudium näher kennenlernte. 

Sicher glaubt man zu wissen, was es heißt achtsam zu sein, aber dies vor allem im Alltag umzusetzen ist gar nicht so einfach ...

So ist spazieren gehen nicht gleich spazieren gehen. Ich kann es bewusst tun, ich kann es tun um mich zu bewegen oder um den Kopf freizubekommen. Jeder dieser Motive wird am Ende ein anderes Empfinden verursachen. Wenn ich bei einem Spaziergang viele Gedanken im Kopf habe und anfange zu grübeln, werde ich weniger von der Natur mitbekommen. 

Als Erstes sollte ich mich bewusst dafür entscheiden jetzt in die Natur zu gehen, nicht weil es jemand anders möchte oder weil ich sonst keine Zeit mehr habe. Wenn ich etwas tue, weil ich es möchte, kann ich es auch wirklich genießen.

Achtsames Gehen

Dann versuche ich achtsam zu gehen. Wie oft gehen wir im Alltag, doch spüren wir unsere Schritte eigentlich? Meistens nicht … Es ist uns gar nicht bewusst wie sich Gehen eigentlich anfühlt, was man aber gerade beim Ausflug in die Natur wunderbar erfahren kann. Wie fühlen sich unterschiedliche Untergründe an? Wie fühlt es sich an, wenn ich auf Gras laufe, auf Waldboden, auf einem Feldweg? Was ist ein angenehmes Tempo für mich? Was spüre ich, wenn ich langsam laufe, was wenn ich schnell laufe?

Achtsames Sehen

Als Nächstes kann ich mich auf die visuellen Reize konzentrieren … Diese sind im Herbst besonders stark vorhanden. Was sehe ich? Welche Farben nehme ich wahr? Wie oft rennt man an vielen Dingen einfach vorbei… Man kann den Boden sehen, die Bäume, die Häuser, den Himmel …und es mal ganz bewusst wahrnehmen.

Achtsames Riechen

Auch verschiedenen Gerüchen kann man auf einem Spaziergang begegnen. Im Wald riecht es anders als im Park oder in einer Wohnsiedlung … 

Es ist erstaunlich, wie viel Gerüche man wahrnimmt, wenn man bewusst drauf achtet.

Achtsames Hören

Ich liebe es auch die unterschiedlichen Geräusche wahrzunehmen. Es ist erstaunlich, was man so hört, wenn man bewusst die Ohren öffnet. Den Wind, die Vögel, irgendwo ruft jemand, eine Autotür knallt zu, das raschelnde Laub …

Achtsames Tasten

Ebenso kann man unterwegs Dinge anfassen und ertasten. Verschiedene Blattstrukturen, Baumstämme, Gräser, Steine, Mauern … alles was einem so begegnet …


Ist man so bewusst und mit allen Sinnen in der Natur unterwegs kann man den Alltag kurz ausschalten und fühlt sich danach entspannter. Durch das bewusste Erleben kommt man kaum dazu über Dinge nachzudenken, die Stress verursachen. Aber selbst wenn das passiert, ist es nicht schlimm. Ich kann es einfach nur wahrnehmen und mich wieder dem achtsam sein widmen …

Viel Erfolg dabei wünscht 
Eure Karo