Freitag, 8. April 2016

WARUM BIST DU NUR SO?



Ganz einfach, weil ich eben so bin. Ein Gefüge aus meinen Wurzeln, meiner Erziehung, meiner Erfahrungen und meinem Umfeld machen mich zu diesem Menschen. Einen Menschen mit einer Persönlichkeit, die größtenteils unerschütterlich ist. Eine Persönlichkeit, die sich im Laufe des Lebens entwickelt hat, die mir oft ein Freund ist, aber manchmal auch im Weg steht.

Lass mich, wie ich bin!
Ich denke, wir alle kennen Menschen, die uns in den Wahnsinn treiben können. Bei denen wir uns wünschen, dass sie anders sind. Anders handeln, anders denken, so, dass es uns in den Kram passt. Eine ganz schöne Anmaßung, so etwas zu verlangen. Das würde ja heißen, dass wir unser Lebenskonzept, unsere Ansichten als die Einzigen wahren ansehen. Für uns persönlich bestimmt, aber können wir dies anderen Menschen einfach aufzwingen? Natürlich nicht. Selbst wenn uns unsere Handlungen und Gedanken nach vorn bringen, muss das eben nicht für andere Menschen gelten ...


Stell dich doch nicht so an!
Für mich einer der schlimmsten Sätze, die es gibt. Wie kommen wir drauf, dies einem Menschen, der offensichtlich gerade nicht weiter weiß, an den Kopf zu knallen? Ist ja nur gut gemeint, nur leider nicht gut gemacht. Es mag sein, dass für uns die Lösung von einem Problem, welches ein anderer Mensch hat, so offensichtlich ist, dass wir kein Verständnis für die Verzweiflung des anderen haben, aber dann behalten wir das doch bitte für uns. Wäre es so einfach, hätte der andere das Problem nämlich nicht mehr. Nicht für jeden kommt immer alles in Frage, dazu sind wir einfach zu verschieden. Haben wir doch etwas Vertrauen in die Menschen, dass sie so handeln, wie es für sie richtig und gut ist. Ein Hilferuf, dass dies in einer bestimmten Lebenssituation nicht funktioniert und wir sind als Mitmenschen gefragt.


Die Jugend von heute! (oder der Generationskonflikt) 
Im Umgang mit verschiedenen Generationen wird mir der Veränderungswunsch von anderen Menschen manchmal besonders bewusst. Sind hier Konflikte vorprogrammiert? Nicht zwangsläufig, solange man jede Generation machen lässt. Zwischen mir und meinen Großeltern liegen mehr als 50 Jahre, es ist eine komplett andere Zeit, in denen sie aufgewachsen sind. Logisch, dass es hier andere Lebenskonzepte und Ansichten gibt. Aber diese sind doch unglaublich wertvoll für beide Seiten. Wir jüngeren Leute können uns an den spannenden Geschichten von früher erfreuen, von ihrer Lebensweisheit profitieren und mal ehrlich, wo schmeckt es besser als bei der Oma? Der eine oder andere Blick über ihre Schulter beim Kochen kann sehr hilfreich sein.

Genauso können ältere Leute von uns lernen. In der heutigen Zeit geht es ihnen oft zu schnell, es ist einfach alles zu laut und zu hektisch geworden. Manchmal kommen alte Leute da nicht mehr hinterher. Ich finde es immer wieder toll, wenn mein Opa auf uns Enkel zu kommt und uns fragt, ob wir ihm mal unser Ding (Smartphone) erklären können. Er ist jedes Mal aufs Neue völlig überrascht, wenn wir für ihn binnen Sekunden etwas googeln. Er fragt sich dann, wie das alles in das Handy kommt. Unbezahlbar solche Momente ...

Doch leider steht diesem gegenseitigen Lernen etwas im Weg, nämlich Sturheit, und zwar beider Generationen. Die jungen Leute haben oft kein Bock auf das ganze altmodische Zeug und die Älteren stehen den Errungenschaften aus der heutigen Zeit mit Ablehnung gegenüber. Dieses Phänomen ist völlig normal und eigentlich auch nicht weiter problematisch, wäre das nicht die Erwartung der jeweiligen Genration an die andere, sich doch etwas mehr anzupassen. Da liegt meiner Meinung nach das Konfliktpotenzial, würde man einfach jede Generation so lassen, wie sie ist und nicht ständig etwas erwarten, wäre es manchmal um einiges entspannter. Ein ehrliches Interesse reicht hier vollkommen aus.


Den anderen Menschen einfach so lassen, wie er ist und sein möchte, auch, wenn es für einen selbst dann schwierig werden kann. Keine Manipulations – und Veränderungsversuche zu unternehmen, nur um den Charakter des anderen einfacher zu machen. Sich dabei aber trotzdem selbst nicht vergessen. Eine Lebensaufgabe …

Viel Kraft dafür!
Eure Tessa