Mittwoch, 14. September 2016

IM TAL DES FUCHSES | CHARLOTTE LINK | REZENSION

Heute haben wir mal wieder eine Buchvorstellung für euch. Das Wetter ist im Moment noch so schön, da haben wir besonders viel Freude daran, uns mit einem guten Buch in den Garten zu setzten und ordentlich Sonne zu tanken. Falls, es euch auch so geht, dann ist unsere heutige Buchinspiration vielleicht genau das Richtige für euch. 

Es soll in diesem Post um den Kriminalroman Im Tal des Fuchses von Charlotte Link gehen. Wer uns schon ein bisschen kennt, der weiß, dass wir sehr viel von Frau Link als Autorin halten. Ihre Bücher werden von uns regelrecht verschlungen, sie sind einfach so spannend und tiefgründig. Klar, die Spannung steht bei einem Krimi sicherlich im Vordergrund, doch ist das eben auch nicht alles. Wenn der Täter nach 20 Seiten identifiziert ist, und einfach nur stumpf und ohne Zusammenhang vor sich hin wütet, nur, dass möglichst viel "Blut" zu sehen ist, gleicht das eher einem Trauerspiel, als einem guten Krimi. 


Doch Charlotte Link schafft es ihren Werken so unglaublich viel Tiefgang und psychologischen Hintergrund zu verleihen, dass wir echt fasziniert sind. Nach der letzten Seite stoße ich einen großen Seufzer aus und habe für jede ihrer Charaktere vollstes Verständnis. Das liegt wohl daran, dass die Autorin bei ihrer Charakterdarstellung sehr ins Detail geht und so kann sich der Leser mit ihnen identifizieren und am Ende ihre Handlungen nachvollziehen. Trotzdem ist rein gar nichts vorhersehbar, was bei einer so detaillierten Charakterbeschreibung ja durchaus eine Gefahr wäre. Liebe Frau Link, ich habe keine Ahnung, wie sie das anstellen, aber ich bin beeindruckt ...

Allgemeiner Teil
"Im Tal des Fuchses" ist ein Kriminalroman von Charlotte Link aus dem Jahr 2013, welcher im Blanvalet Verlag erschienen ist. Das Werk umfasst 575 Seiten und ist gebunden für 22,99 € erhältlich, im Taschenbuchformat kostet es 9,99 €. Im Tal des Fuchses eroberte, wie viele Charlotte Link Bücher, auf Anhieb die Spitze der SPIEGEL-Bestsellerliste.

Handlungsplot (Klappentext des Buches)

Was, wenn dein Entführer spurlos verschwindet und niemand weiß, wo du bist?

Ein sonniger Augusttag, ein einsam gelegener Parkplatz zwischen Wiesen und Feldern. Vanessa Willard wartet auf ihren Mann, der noch eine Runde mit dem Hund dreht. In Gedanken versunken, bemerkt sie nicht das Auto, das sich nähert. Als sie ein unheimliches Gefühl beschleicht, ist es schon zu spät: Ein Fremder taucht auf, überwältigt, betäubt und verschleppt sie. In eine Kiste gesperrt, wird sie in einer Höhle versteckt, ausgestattet mit Wasser und Nahrung für eine Woche. Doch noch ehe der Täter seine Lösegeldforderung an ihren Mann stellen kann, wird er wegen eines anderen Deliktes verhaftet. Und überlässt Vanessa ihrem Schicksal …

Die Protagonisten 
Vanessa Willard (Opfer)
Matthew Willard (Ehemann des Opfers)
Ryan Lee (Täter, ist von Anfang an bekannt)
Jenna Robinson (Freundin von Matthew)
Kendal Reece (Ehemann von Alexia, befreundet mit Jenna und Matthew)
Alexia Reece (Ehefrau von Kendal, befreundet mit Jenna und Matthew)
Garrett Wilder (Exfreund von Jenna)
Corinne Beecroft (Mutter von Ryan)
Bradley Beecroft (Stiefvater von Ryan)
Nora Franklin (Freundin und Mitbewohnerin von Ryan Lee)
Vivian Cole (Freundin von Nora)
Deborah Dobson (Exfreundin von Ryan, sind immer noch gut befreundet)
Damon (Kredithai, ihm schuldet Ryan 20 000 Pfund) 

und weitere …

Thema des Buches
Das Buch handelt prinzipiell von einer tragischen Entführung und den Gefühlen aller beteiligten Menschen. Das Verbrechen lässt tief in die Seelen blicken, es geht um Angst, Schuld und Hass auf sich selbst. Neben dem deckt es einiges an langwierigen Emotionen auf, die bis jetzt an der Oberfläche brodelten und nun drohen auszubrechen ...   

Rezension

Inhalt
Auf der ganzen Fahrt haben Vanessa und ihr Ehemann Matthew schon darüber gestritten, ob sie von Swansea nach London umziehen sollen oder nicht. Matthew hat ein gutes Angebot für eine neue Stelle in London gefunden, die er aus Angst vor einer Entlassung annehmen will. Vanessa sieht das aber nicht ein, da sie eine sehr gute Arbeit in Swansea hat. Verärgert steigt sie aus dem Wagen, ihr Mann bietet ihr an, eine Runde mit dem Hund zu gehen und alles zu besprechen. Dieses Angebot lehnt sie jedoch ab, dadurch macht er sich ohne sie auf den Weg, den Kopf kurz freibekommen .... 

In Gedanken versunken bemerkt sie nicht, dass ein Auto auffällig oft an ihr vorbei fährt. Doch nach einer Weile beschleicht sie ein unwohles Gefühl, aber da ist es schon zu spät. Bevor sie auch nur irgendetwas tun kann, wird sie betäubt und in ein Auto gezerrt. Ihr Entführer schleppt sie in eine Höhle in ein abgelegenes Tal. Er sperrt sie in eine Holzkiste, ohne jede Chance, dass sie sich befreien könnte. Nahrung und Getränke werden ihr für eine Woche zum Überleben zur Verfügung gestellt.

Ihr Entführer, der schon öfters vorbestrafte Ryan Lee, wird noch, ehe er eine Lösegeld Forderung an Vanessa Willards Mann stellen kann, wegen eines anderen Deliktes verhaftet. Aus Angst vor den Konsequenzen bringt er es nicht über sich, jemanden von der jungen Frau in der Holzkiste zu erzählen. So überlässt er Vanessa einfach ihrem Schicksal ...

Nach über zwei Jahren ist er wieder in Freiheit, es fallen seither merkwürdige Ereignisse vor. Seine beste Freundin wir überfallen und auch seiner Mutter stößt etwas zu. Er ist sich nicht sicher, ob dies ein Rachefeldzug von der eventuell doch überlebenden Vanessa ist ... 

Doch das ist nicht seine einzige Vermutung: Der Grund seiner Entführungsaktion war nämlich Damon, denn er schuldet diesem skrubellosen Kredithai 20 000 Pfund. Er hatte nie vor, die arme Vanessa in der Höhle zurück zu lassen, er wollte ihren Ehemann nur um ein paar Pfund erpressen, käme ihm da nicht seine eigene Verhaftung in die Quere. Also, Damon könnte auch hinter den Attacken auf seine Lieben stecken ...   

Drei Jahre nach der Entführung wiederholt sich das Ereignis. An denselben Ort wird das Auto einer jungen Frau gefunden, von ihr jedoch keine Spur. Doch Ryan kann diesmal nicht der Täter sein ... 

Schreibstil
Charlotte Link hat einen fesselnden, einzigartigen Schreibstil, der sich fließend und angenehm lesen lässt. Trotz der vielen Personen und Parallelhandlungen kann man ihr gut folgen und ist sofort im Geschehen drin. Um es mal ganz plump zu sagen, die Autorin kann es einfach …

Mein Gesamteindruck
Ich konnte das Buch schwer wieder aus der Hand legen, da es unglaublich spannend ist. Kaum meint man einen Handlungsstrang für sich geklärt zu haben, taucht ein neues Rätsel auf. Besonders interessant finde ich, dass man als Leser mehr weiß, als die Personen im Buch. So macht die Autorin kein Geheimnis daraus, wer der Entführer ist. Daraus resultierender Spannungsverlust? Fehlanzeige. Es kribbelt regelrecht beim Lesen, weil man auf die Auflösung hinfiebert. Doch so genial, wie Charlotte Link nun mal ist, lässt sie in der zweiten Entführung, dann ihre Leser doch wieder rätseln, wer der Täter ist. Also langweilig wird es auf den knapp 580 Seiten definitiv nicht ... 
Von mir gibt es eine klare Empfehlung für das Buch, ich wage sogar zu behaupten, dass im Tal des Fuchses mit einer meiner Lieblingswerke von Frau Link ist.


Weitere Werke der Autorin
Die letzte Spur (Kriminalroman)
Schattenspiel (Kriminalroman)
Am Ende des Schweigens (Kriminalroman)
Die Rosenzüchterin (Roman)
Der fremde Gast (Roman)
Wilde Lupinen (Die Sturmzeittrilogie, Band 2)
Das Echo der Schuld (Roman)
Der Verehrer (Roman)
Das andere Kind (Kriminalroman) 
Die Betrogene (Kriminalroman)

Viel Spaß beim Lesen!
Eure Miri 

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Seid ihr genau so fasziniert von der Autorin, wie ich, dann kommt hier ihr zu einer weiteren Rezension von uns: http://amzn.to/2iNJtT0 

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Quelle: Link, Charlotte: Im Tal des Fuchses. Blanvalet 2013.